Bildung
18.03.2026 in Bildung
Ein entscheidender Schritt für das aktuell größte Bauprojekt der Gemeinde ist getan: In der Sondersitzung des Gemeinderats wurden die Ergebnisse der Leistungsphase 2 für den Neubau der Grund- und Mittelschule (GMS) am Sportpark offiziell präsentiert. Diese Vorplanung ist der erste Schritt, in dem aus einer bloßen Idee ein konkretes Planungskonzept entstand.
Basierend auf dem Beschluss des Gemeinderates vom 23. Juni 2025 hat das Architekturbüro aIsh (https://www.a-sh.de/) gemeinsam mit Fachplanern für Statik und Haustechnik das Konzept präzisiert. In enger Abstimmung mit der Schulleitung, dem pädagogischen Fachbüro LERNLANDSCHAFT (https://lern-landschaft.de/ueber-uns/) und der Verwaltung wurde aus verschiedenen Varianten der Entwurf ausgewählt, der die besten Voraussetzungen für das moderne pädagogische Konzept bietet. Ziel war es, ein Lernumfeld zu schaffen, das funktional und zukunftsorientiert zugleich ist. Architekt Stefan Peters stellte dabei die Grundrisse und die technischen Komponenten der Planung vor. Außerdem zeigte er Skizzen für die Gestaltung der Pausenhöfe, getrennt nach Grund und Mittelschule.
In der anschließenden Aussprache wurde seitens des Gremiums zahlreiche Fragen gestellt und Anregungen eingebracht. Gemeinderätin Natalie Ernst (SPD) erkundigte sich nach der Beschattung der Fenster insbesondere im Sommer. Hier solle laut Planer mit Jalousien gearbeitet werden. Auch die Fenstergröße sei bereits so angepasst, dass Sonneneinfall reduziert werde.
Aus Sicht von Gemeinderat Christian Scheuerpflug (SPD) sei der barrierefreie Zugang zur Dreifachsporthalle bei der aktuellen Planung noch nicht vollständig geklärt. Außerdem schlug er vor, den Radweg von Richtung Friedhof kommend zukünftig östlich der Dreifachhalle zu verlegen, um die Situation am Zugang zur Sporthalle zu entschärfen. Die geplanten Fahrradstellplätze an der Schule und den Hallen sollten laut Christian Scheuerpflug grundsätzlich überdacht werden. Auch Gemeinderätin Birgit Bischoff (SPD) plädierte für die Fahrradfreundlichkeit durch mehr Fahrradstellplätze am Alfred-Kolb-Sportzentrum.
Durch das Gremium wurden auch zahlreiche Fragen zur verkehrlichen Situation in der Haager Straße, in der Feldstraße und am Sportpark gestellt. Bürgermeister Schmoll (SPD) erläuterte hierzu, dass diese Fragen innerhalb der noch zu erarbeitenden Bauleitplanung geklärt werden müssen. Derzeit würde bereits ein Verkehrsgutachten erarbeitet, das sowohl zu den Fragen des fließenden, als auch zu Fragen des ruhenden Verkehrs (Parkplätze) Aussagen liefern wird, so Christoph Schmoll.
Im Zuge der Vorplanung wurde erstmals eine Kostenschätzung vorgelegt. Die Gesamtkosten für den Neubau werden aktuell auf rund 47,9 Mio. Euro beziffert. Auf Basis des aktuellen Raumprogramms und geltender Kostenrichtwerte geht die Verwaltung von einer staatlichen Förderung zwischen ca. 22,6 Mio. Euro und 23,9 Mio. Euro aus. Diese Prognose bedarf allerdings noch der abschließenden Verifizierung durch die Regierung von Mittelfranken, die im Zuge der nächsten Planungsphase mit einer detaillierten Kostenberechnung erfolgt.
Die Kostenplanung löste auch Besorgnis aus. Gemeinderat Scheuerpflug wies darauf hin, dass sich die Kosten vermutlich erhöhen werden, weil eine Preissteigerung bis zum tatsächlichen Baubeginn seitens des Planers bisher nicht berücksichtigt sei.
Neben dem architektonischen Konzept stellte der Planer auch den vorläufigen Terminplan vor, der die wesentlichen Meilensteine bis zur Realisierung des neuen Schulzentrums definiert.
So soll nach derzeitigem Stand die Ausführungsplanung bis Herbst 2027 vorliegen. Die Bauphase für den Neubau ist von Juli 2027 bis September 2029 vorgesehen.
Der Gemeinderat nahm das Planungskonzept zustimmend und einstimmig zur Kenntnis. Dabei wurde auch vereinbart, dass in der weiteren Planung sowohl hinsichtlich der Bauweise, Holzhybrid- oder Massivbauweise, als auch des energetischen Konzepts ein Variantenvergleich erstellt wird, um die sinnvollste und wirtschaftlichste Lösung für Bau und Betrieb der Schule festzulegen.
Aus Sicht des Gremiums sollten bei der nun folgenden detaillierten Entwurfsplanung die Fachleute der Fraktionen im Rahmen der Schulbaukommission eng eingebunden werden.
Mit dem Beschluss des Gemeinderates wurde der Bürgermeister ermächtigt, die Leistungen der Vorplanung abzunehmen, sobald alle noch ausstehenden Leistungen zur Vervollständigung der Leistungsphase durch die Planer vorgelegt wurden.
Aus Sicht von Bürgermeister Schmoll muss nun der nächste Schritt, die Erarbeitung der Entwurfsplanung getan werden, um Sicherheit über die Finanzierbarkeit des Projekts zu erlangen.
29.04.2021 in Bildung
Räumliche Kapazitäten völlig ausgeschöpft
In ihrem Jahresbericht zur Situation an der Grund- und Mittelschule berichtete die Schulleitung, Frau Hruschka, dass das gesamte Lehrerkollegium nun schon seit über einem Jahr unter erschwerten Bedingungen arbeite. Durch Corona befindet sich der Unterrichtsbetrieb in einer Ausnahmesituation. Lehrer, Schüler und Eltern müssen sich oft und sehr schnell auf wechselnde Situationen einstellen.
Laut Schulleitung Hruschka habe man das bisher immer gut gemeistert. Die Schulleiterin bedankte sich in diesem Zusammenhang bei der Gemeinde für das zur Verfügung gestellte Hygienematerial, Co2-Messgeräte, Leihcomputer und die personelle Hilfe in verschiedenen Situationen.
Derzeit werden Grundschüler der drei vierten Klassen in Gruppen im täglichen Wechsel und die Abschlussklassen beschult. Zusätzlich werde täglich eine Notbetreuung für die Schüler der 1.-7. Klasse angeboten. Die Schüler werden dabei in bis zu 6 Kleingruppen bei den Arbeiten des Distanzunterrichts betreut. Die Notbetreuung besuchen täglich zwischen 20-35 Kinder. Diese würden durch die Leitung der Ganztagsbetreuung, die Schulsozialarbeit sowie eine Förderlehrerin unterstützt. Zusätzlich würden Lehrkräfte aus der Mobilen Reserve die Notbetreuung unterstützen, so die Schulleitung.
Alle anderen Klassen werden im Distanzunterricht beschult und erhalten durch die Lehrkräfte Unterricht über Videokonferenzen. Außerdem wird Unterrichtsmaterial in Papierform zur Verfügung gestellt.
Nach Auskunft der Schulleitung muss zunehmend festgestellt werden, dass es Kinder und Familien gibt, die trotz intensiver Anstrengungen nur sehr schlecht zu erreichen sind und somit Lerndefizite aufgebaut werden.
Mehr Schülerorientierung und Individualisierung
Seit neun Jahren wird an den Grund- und Mittelschulen nach dem Lehrplan PLUS unterrichtet. Das bedeutet insbesondere mehr Schülerorientierung und Individualisierung. In der praktischen Unterrichtsarbeit ergeben sich damit weniger frontale Unterrichtsformen hin zu differenziertem Unterrichtsmaterial, das Schüler eigenständig im eigenen Lerntempo auf unterschiedlichen Lernwegen bearbeiten können. Die Lehrer sind dabei insbesondere Lernwegbegleiter.
Dadurch würden jedoch andere Anforderungen an die räumlichen Gegebenheiten von Schule notwendig, so die Schulleitung. Erforderlich wären dabei beispielsweise unterschiedliche Lernnischen für Einzelarbeit, Gruppenarbeit, klassenübergreifendem Lernen sowie praktischem und entdeckendem Lernen. Voraussetzungen dafür würde das Lernkonzept der Marktplatzorganisation bieten, das in einem Schulneubau umsetzbar wäre und in einem zwischen Lehrern und dem Gemeinderat mit Fachleuten erarbeiteten Raumfunktionsbuch ausgearbeitet wurde.
Vorausschauend werden auch jetzt schon die Lehrkräfte in einem intensiven Weiterqualifizierungsprogramm für zeitgemäße pädagogische Herausforderungen fortgebildet.
Die räumlichen Kapazitäten sind laut Schulleitung seit Jahren vollkommen ausgeschöpft. Es fehlen Räumlichkeiten zur Differenzierung und Individualisierung für das Schulprofil Inklusion. Für das Profil “Musikalische Schule“ stünde derzeit kein Musikraum zur Verfügung. Das bestehende Schulgebäude sei eine Flurschule mit Klassenzimmern für Frontalunterricht und böte weder die ausreichende Anzahl an Räumen, noch die räumlichen pädagogischen Erfordernisse für zeitgemäßen Unterricht, so Schulleiterin Hruschka.
Insgesamt herrsche großer Raummangel. Alle Klassenzimmer seien belegt. Fachräume wie der Musiksaal, der Computer-Raum sowie der Ganztagsaufenthaltsraum seien derzeit zu Klassenzimmern umgewidmet. Zusätzlich findet in der Schulküche und in den Mensaräumen Unterricht in Religion und Ethik statt. Die Raumsituation in der ganzen Schule sei äußerst beengt. Neue Unterrichtsmethoden sind nur äußerst eingeschränkt möglich. Trotz der vielfältigen Einschränkungen und Herausforderungen würden sich alle bemühen, mit viel Kreativität immer wieder zu praktikablen Lösungen zu kommen. Man freue sich jedoch auf einen Schulneubau, der eine pädagogisch zeitgemäße Beschulung der Kinder und Jugendlichen in Neuendettelsau ermögliche.
Prävention und Unterstützung durch Schulsozialarbeit
Schwierige Rahmenbedingungen durch Raumnot
Die Schulsozialarbeit ist ein von der Gemeinde selbst getragenes Angebot, das sich inhaltlich wie methodisch an den allgemeinen und individuellen Entwicklungsaufgaben, Alltagsherausforderungen und Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen orientiert. Sie findet immer dort statt, wo Kinder und Jugendliche einen erheblichen Teil ihres Tages verbringen. Deshalb wird auch vom „Lebensraum Schule“ gesprochen.
Die Schulsozialarbeit an der Grund- und Mittelschule baut auf präventiven Angeboten wie z.B. dem Fach „Soziales Lernen“ auf sowie auf den Unterstützungs-, Beratungs-, und Betreuungsangeboten für Kinder, Jugendliche und Eltern.
Laut der Sozialpädagogin, Richarda Stahl, startete das Sozialen Lernen mit zwei fünften und einer sechsten Klasse. Inhaltliche und methodische Umstellungen und eine gute Zusammenarbeit mit den Klassenleitungen ermöglichten eine intensive Gruppenarbeit und sichtbar nachhaltige Entwicklungen, die auch in das Klassengeschehen hineinwirkten. Die größte Herausforderungen waren dabei die schwierigen Rahmenbedingungen durch die akute Raumnot im Schulgebäude. Dies erforderte einen hohen Organisations- und Zeitaufwand, um Soziales Lernen stattfinden zu lassen. Versuche, den Flur mit einzubeziehen, funktionierten nur mäßig, da es in den Wintermonaten dort zu kalt ist, um sich länger aufzuhalten. Der Shutdown im März brachte den abrupten Abbruch der laufenden Prozesse mit sich. Die Schulsozialarbeiterin arbeitete nach dem Lockdown im Team der Notbetreuung mit. Der Ansatz in der Notbetreuung ist es, den Kindern gerade in den verunsichernden Zeiten, einen stabilen Rahmen zu geben und wichtige pädagogische Grundprinzipien beizubehalten. Dies sind beispielsweise Lerngruppen und möglichst immer die gleichen Betreuungspersonen sowie ein guter Kontakt mit den Eltern.
Wichtig sei es, so Ricarda Stahl, als Schulsozialarbeiterin im Schulhaus sichtbar und erreichbar für die Schüler*innen zu sein.
Die Zahl der Nachfrage nach Einzelfallhilfe bei den Jugendlichen sei enorm gestiegen. Neu sei auch, dass die meisten Jugendlichen auf Vermittlung ihrer Klassenleitungen zur Schulsozialarbeiterin kommen. Dies hänge damit zusammen, dass Schüler auffallen, weil sie nicht mehr am Videounterricht teilnehmen und auch keine Arbeitsblätter mehr einsenden. Die individuellen Problemlagen mit denen Jugendliche zurzeit die Beratung und Unterstützung suchen seien im Vergleich mit normalen Schuljahren grundsätzlicher und gravierender, so Stahl. Eine mögliche Erklärung sei, dass Herausforderungen zu Problemen wachsen können, weil das soziale Umfeld, in dem Jugendliche entwicklungs-entsprechend ihre Dinge klären, durch Corona sehr beschnitten ist oder fehlt. Schule sei ein Raum, in dem Jugendliche ihre Probleme mit Gleichaltrigen besprechen oder Lösungsmöglichkeiten bei anderen abschauen und dadurch ihre Selbstlösungskompetenzen erweitern können. An diesem Punkt setzte die sozialpädagogische Beratung mit dem Ziel an, die Jugendlichen und ihre Lebenssituation zu stabilisieren, so Ricarda Stahl.
28.03.2017 in Bildung
Inklusion, Ausbildungswesen und Digitalisierung: Zum Thema „Schulstandort Neuendettelsau“ besuchten die SPD-Abgeordneten des bayerischen Landtags, Harry Scheuenstuhl und Martin Güll, einige schulische Einrichtungen, deren Träger die Diakonie Neuendettelsau ist.
Mit über 30 Schulen ist die Diakonie Neuendettelsau der größte Träger evangelischer Schulen in Bayern. Deshalb informierten sich die SPD-Abgeordneten Harry Scheuenstuhl und Martin Güll bei einem Besuch über den aktuellen Stand des Bildungswesens der Diakonie Neuendettelsau. Sie sprachen mit Rektor Dr. Mathias Hartmann und Pfarrer Matthias Weigert, dem Abteilungsdirektor Bildung, sowie Dietrich Tramsen, SPD-Ortsvereinsvorsitzender Neuendettelsau und Petersaurachs Bürgermeister Lutz Egerer. Egerer, der in seiner Funktion als stellvertretender Vorsitzender der Kreistagsfraktion anwesend war, bezeichnete den Standort Neuendettelsau im Hinblick auf den gewünschten Zuwachs in der Region als „hochwertig und attraktiv“. Damit dies so bleibe, sei es von großem Belang, aktuelle Herausforderungen und Arbeitsschwerpunkte zu benennen, um die Entwicklung in die Hand zu nehmen. „Es braucht klare Ziele und klare Pläne, um sie umzusetzen. Deswegen wollen wir Sorgen und Nöte erkennen und mit in unsere politische Arbeit tragen“, betonten Scheuenstuhl und Güll. Das Voranbringen der Inklusion ist eins davon.
Rundgang durch Förderzentrum St. Martin, die Fachschule für Heilerziehungspflege und das Laurentius-Gymnasium
Beim Rundgang durch das Förderzentrum erklärte Schulleiterin Dorli Beez den Standpunkt aus ihrer Sicht. „Je mehr Menschen mit Behinderung am normalen Schulalltag teilnehmen, desto mehr Fachpersonal wird benötigt“, benannte sie das Problem des fehlenden Fachpersonals, das gerade für die Integration und Inklusion enorm wichtig sei und sich in den Begriffen „Einzelintegration durch Schulbegleitung“ oder „Mobile sonderpädagogische Dienste“ äußere. Weigart sah eine mögliche Lösung innerhalb der Ausbildung und Qualifizierung von Sonderpädagogen und Heilerziehungspflegern. „Viele Ausbildungen dauern zu lange oder sind zu eingeschränkt“, sagte Weigart. Auch sei die gemischte Finanzierung eine Hürde. Das bestätigte Güll, der selbst mehrere Jahre als Lehrer und Schulleiter tätig war. „Es wird sich etwas ändern“, meinte er. „Die Kosten der Landkreise für Schulbegleitungen sind in den letzten Jahren explodiert, deswegen formt sich langsam der nötige Blick dazu.“
Auf dem Bild zu sehen: Dietrich Tramsen, SPD-Ortsvereinsvorsitzender Neuendettelsau, Dorli Beez, Schulleiterin des Förderzentrums St. Martin, MdL Martin Güll, MdL Harry Scheuenstuhl und Pfarrer Matthias Weigart, Abteilungsdirektor Bildung, in einem der Räume, die als Ruhemöglichkeiten im Förderzentrum St. Martin für eine kleine Erholung während des Unterrichts sorgen.
18.11.2008 in Bildung
In Rollenspielen ein Vorstellungsgespräch geübt
Neuendettelsau - Unter dem Motto "Entdecke deine Möglichkeiten" hat der SPD-Ortsverein wieder ein Bewerbungstraining für Jugendliche durchgeführt. Ein Dutzend Schülerinnen und Schüler war aus Neuendettelsau und den umliegenden Orten an einem freien Samstag gekommen, um aktiv an der eigenen Karriere zu arbeiten.
20.11.2007 in Bildung
In Rollenspielen Vorstellungsgespräche geübt
Unter Anleitung eines erfahrenen Praktikers entwickelten 15 Jugendliche ihr eigenes Profil als Grundlage für die Bewerbung um den Wunschberuf. Sie waren in ihrer Freizeit aus Neuendettelsau und den umliegenden Orten gekommen, um sich aktiv auf ihre berufliche Karriere vorzubereiten.