SPD Neuendettelsau

Das Klärwerk als Energieverkäufer?

Umwelt

Das Klärwerk als Energieverkäufer

Die Idee vom energieautarken Dorf.

Der Stromverbrauch soll bis 2050 zu 80% durch erneuerbare Energie, d.h. durch Sonnenenergie, Windenergie, Wasserkraft, Biogas, möglichst dezentral gedeckt werden. Alle diese alternativen Energien funktionieren nicht immer oder dauerhaft, denn Sonne und Wind stehen nicht regelmäßig zur Verfügung. Es müssen also Speichertechniken entwickelt oder bekannte ausgebaut werden. Dazu brauchen wir außerdem eine bessere Wärmedämmung.

Mit diesen konkreten Antworten auf den Klimawandel beschäftigt sich seit Oktober 2018 der „Arbeitskreis Klimawandel“ innerhalb des SPD-Ortsvereins Neuendettelsau.

Zusammen mit dem Neuendettelsauer SPD-Bürgermeister-Kandidaten Christoph Schmoll, den Vorstandsmitgliedern Andreas Riechelmann und Dietrich Tramsen hatte der Arbeitskreis zu einer Expertenanhörung eingeladen: MdB Carsten Träger, Fürth, Staatssekretär Florian Pronold, München/Berlin, Prof. Dr. Eberhard Schlücker, Erlangen, Jürgen Nadler, Keyou-emission-free-technology, Unterschleißheim.

Andreas Riechelmann hob neben einzelnen Aktivitäten des AK Klimawandels besonders den Besuch des Arbeitskreises bei der Firma „Hydrogeniums Technologies GmbH“ in Erlangen hervor. Die Firma Hydrogenius baut Anlagen zur Speicherung von Wasserstoff in einer Flüssigkeit. Wasserstoff lässt sich leicht mit elektrischer Energie aus Wasser gewinnen. Bei der Nutzung entsteht dann als Verbrennungsprodukt lediglich Wasserdampf oder bei Verwendung in einer Brennstoffzelle wieder elektrischer Strom und Wärme. Wenn Wasserstoff in der Flüssigkeit LOHC gespeichert wird, lässt er sich als Energieträger mit der bestehenden Infrastruktur (z. B. Schiff, Tankfahrzeuge oder Pipelines) gefahrlos transportieren, lagern und mit geringstem Aufwand aus der Flüssigkeit herausholen und nutzen.

Hier knüpfte Prof. Eberhard Schlücker an mit dem Hinweis, dass der zentrale Aspekt der Klimadiskussion die Energie ist. Denn daraus resultiert bevorzugt der nun schon messbare Treibhauseffekt. In diesem Zusammenhang kritisierte er die zu starke auch politische Hinwendung zur Batterie als Energiespeicher. Er wies unter anderem darauf hin, dass Batterien aus Lithium aufgebaut sind. Und dieser Baustein wird in Zukunft Mangelware aufgrund der großflächigen Umweltzerstörung bei dessen Gewinnung werden. Daher ist für ihn aus wissenschaftlicher Sicht der Favorit für eine energetische Grundversorgung der Wasserstoff.

Für Schlücker bieten Kläranlagen eine Fülle von Möglichkeiten. Hier kann Sauerstoff für den Klärprozess und die Abwärme für die Klärschlammtrocknung genutzt werden, während der Wasserstoff eingespeichert und einer Energieverbrauchsnutzung zugeführt wird. Damit sind für Schlücker auch andere Geschäftsmodelle möglich, wenn beispielsweise eine Kläranlage zum Energieverkäufer werden kann. Er plädiert daher für eine dezentrale Energieversorgung und für Teilhabe der Menschen einer Gemeinde am Energiezentrum „in der Mitte“.  Nur so sind die Menschen daran interessiert, dieses Energiesystem wirtschaftlich, effizient und nachhaltig zu machen.

Aus diesen Überlegungen heraus hat Schlückers die Idee eines „Energie-autarken-Dorfes“ entwickelt. Diesen Überlegungen sagten die beiden Bundespolitiker, Staatssekretär Florian Pronold und MdB Carsten Träger ihre Unterstützung zu.

 Ergänzend dazu stellte Jürgen Nadler, Keyou, seine Ausführungen unter das Thema: „der Verbrennungsmotor wird als Wasserstoffverbrenner grün“. Keyou liefert Ingenieurdienstleistungen, damit Fahrzeughersteller, besonders für Nutzungsfahrzeuge, mit Hilfe des Wasserstoffmotors einen fast emissionsfreien Motor herstellen können. Und so bezeichnet Nadler den Wasserstoff als das Öl der Zukunft. Die beiden Bundestagsabgeordneten wollen den Wasserstoffverbrenner ebenso mit in ihre politische Arbeit nehmen wie die Überlegungen von Prof. Dr. Eberhardt Schlücker zum energieautarken Dorf.