Bericht aus dem Gemeinderat vom 24. Februar 2025

Veröffentlicht am 28.02.2025 in Gemeinderat

Beteiligung der Öffentlichkeit bei der Innerortsgestaltung

Stellungnahmen zum integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept

Die Gemeinde Neuendettelsau hatte in den vergangenen zwei Jahren durch Architekten und Stadtplaner das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) erstellen lassen. Dabei wurde

eine vertiefte Betrachtung der Ortsmitte mit vorbereitenden Untersuchungen durchgeführt.

Nach Abschluss des Verfahrens zur Beteiligung der Öffentlichkeit, der Behörden sowie sonstiger

Träger öffentlicher Belange wurden jetzt seitens der Planer die Empfehlungen und Einwände vorgestellt und erläutert.

Keine Einwände der Behörden

Stellungnahmen abgegeben haben dabei die N-ERGIE Netz GmbH, das Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistung, das Landratsamt Ansbach, das Bauamt Petersaurach, die Deutsche Telekom Technik GmbH, das Wasserwirtschaftsamt Ansbach, der Zweckverband zur Wasserversorgung der Reckenberg Gruppe, die Vodafone GmbH sowie das Amt für Ländliche Entwicklung Mittelfranken. Seitens der Behörden und Träger öffentlicher Belange gab es keine Einwände.

Schaffung gleichwertiger Lebens- und Arbeitsverhältnisse

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nürnberg, als Vertreterin der wirtschaftlichen Interessen für Mittelfranken, sieht in den im ISEK vorgesehenen Maßnahmen die Möglichkeit der Attraktivitätssteigerung des Standorts Neuendettelsau. Außerdem geht die IHK von einer Verbesserung der Lebensqualität und einer Stärkung des ländlichen Raums aus. Auch die Überlegungen zur Ausweisung eines Gewerbegebiets, wegen anhaltend hoher Nachfragen, wurden begrüßt.

Sternplatz als Mobilitätsstation

Das Staatliche Bauamt Ansbach nahm zu den Bereichen „Mobilität, Verkehr, Erschließung, Parken, Fuß- und Radverkehr, ÖPNV“ Stellung. Themen waren dabei u.a. Geschwindigkeitsbeschränkungen, das Parken, die Umstufung der Haupt- und Heilsbronner Straße als Gemeindestraße, die Schaffung von Querungshilfen sowie ein Radverkehrsnetz.

Grundsätzlich begrüßte das Staatliche Bauamt die Entwicklung des Sternplatzes als Mobilitätsstation mit barrierefreier Bushaltestelle. Dabei sollte das Konzept und die Gestaltung des Sternplatzes im Planungsstadium frühzeitig mit den Busunternehmen und den Bürgern diskutiert werden.

Hinweise werden bei der Detailplanung berücksichtigt

Der Gemeinderat nahm die Stellungnahmen und Ausführungen sowie die Empfehlungen der verschiedenen Behörden zur Kenntnis. Dabei wurde betont, dass das ISEK keine Detailplanung darstellt und die vielfältigen Hinweise in den weiteren Planungen berücksichtigt werden.

Einwände des Bundes der Selbstständigen – Gewerbeverband

Tempolimit abgelehnt – Kurzzeitparkplätze befürwortet

Auch der Gewerbeverband Neuendettelsau hatte sich in seiner Mitgliederversammlung mit der Ortskernentwicklung im Rahmen des ISEK befasst. Einwände gab es dabei hinsichtlich der Umwidmung der Haupt- und Heilsbronner Straße in eine Gemeindestraße, da Einschränkungen für den landwirtschaftlichen und gewerblichen Verkehr befürchtet werden.

Außerdem hat man die Sorge, dass ein Tempolimit im Kernort den Ort Neuendettelsau sowohl für Kunden als auch für Gewerbebetriebe unattraktiv macht.

Eine zeitliche Beschränkung bei den Kurzzeitparkplätzen samt Überwachung wurde begrüßt.

Erhöhung der Aufenthaltsqualität

Der Planer entkräftete die Bedenken. Eine Verkehrsberuhigung in der Hauptstraße würde angestrebt, um die Nutzung für alle Verkehrsteilnehmer verträglich zu gestalten und nicht dem Kraftfahrzeug allein den Vorrang zu geben. Aus den Erfahrungen und aus fachlicher Sicht käme es zu einer Erhöhung der Aufenthaltsqualität, der Verkehrssicherheit und der Attraktivität für Bewohner und Gewerbetreibende.

Gemeinderätin Birgit Bischoff (SPD) plädierte dafür dem ISEK eine Chance zu geben und mit den Gewerbetreibenden das Gespräch zu suchen und im Gespräch zu bleiben. Ideen und Anregungen sollten aufgenommen werden, da das ISEK ein wachsender Prozess ist und nichts in Stein gemeißelt sei. Bischoff verwies auf das Beispiel "Innenstadt Gunzenhausen". Dort habe sich die Aufenthaltsqualität durch die Ansiedlungen neuer kleiner Geschäfte, Läden und Startups deutlich verbessert. „Wäre es nicht ein gemeinsames Ziel, dass sich Neuendettelsau dahin gehend entwickelt,“ fragte und ermunterte sie.

Bürgermeister Christoph Schmoll (SPD) betonte, dass es bei der Maßnahme für ihn primär um die Steigerung der Attraktivität und Verbesserung von Standortfaktoren für Gastronomie, Dienstleistung und Einzelhandel gehe, nicht primär um einen Eingriff in den Verkehr.

Einwände der Ortsgruppe Bund Naturschutz

Themen des Bund Naturschutzes waren u.a. die Innenortsverdichtung, eine ökologische Nachverdichtung, der Grünflächenerhalt, eine Verkehrswende sowie ein Vorschlag zur Umgestaltung des Sternplatzes.

Der Fachplaner wies darauf hin, dass ökologisches Planen und Bauen im ISEK an verschiedenen Stellen mehrfach berücksichtigt werden. Auch Maßnahmen der Begrünung würden im ISEK wiederholt ausgeführt.

Die Maßnahmen der Verkehrsberuhigung seien im ISEK ausführlich behandelt und stützten sich auf die bestehenden Gutachten zum Gesamtverkehr und zum Radverkehr.

Bürgerbeteiligung bei Sternplatzgestaltung

Bezüglich des Sternplatzes spricht sich der Bund Naturschutz Neuendettelsau für eine Planung mit minimaler Versiegelung der jetzigen Grünfläche und maximalem Schutz des Baumbestandes aus.

Außerdem solle eine zweite Busspur entfallen.

Der Planer betonte diesbezüglich, dass der Vorschlag zum Sternplatz das Ergebnis einer umfangreichen Bürgerbeteiligung sei. Diese solle auch bei der konkreten Planung umgesetzt werden.

Einwände Fahrgastverband PRO Bahn

Der Fahrgastverband PRO BAHN stellte in Frage, ob der Sternplatz der richtige

Ort für eine „Mobilitätsdrehscheibe“ sei und ob der Bahnhof nicht geeigneter wäre.

Die Gutachter hatten jedoch gezielt den Sternplatz als Mobilitätsdrehscheibe gewählt, da hier Schülerverkehre stattfinden und der Standort innenortsnah ist, erläuterte der Planer.

Den Standort Bahnhof mit dem Sternplatz sinnvoll zu verbinden würde wohl beiden Standorten weiterhelfen,“ so der Fachmann.

Stellungnahmen von Privatpersonen

Insgesamt hatten sich vier Personen in ihren Stellungnahmen und Vorschlägen zu folgenden Themen geäußert:

  • Aufwertung und Beleben des Ortskerns

  • Ortsbild und Aufenthaltsqualität

  • Grünflächen, Anger und Parkflächen

  • Entwicklung eines Bürgerhauses in der Ortsmitte

  • Temporegelung, Geschwindigkeitsreduzierung

  • Kurzzeitparken

  • Aufwertung des Sternplatzes,

  • Abgrenzung des Sanierungsgebiets

  • Umwidmung der Kreisstraße

  • Ausweichstrecken und Schleichwege

  • Parksuchverkehr

  • Fahrrad-Ost-West-Achse

  • Entfernen der Zusatzschilder „Radfahrer frei“

  • Sternplatz

  • Barrierefreiheit

  • Förderung des Aufbaus von Nachbarschaftshilfe

Die Stellungnahmen und Ausführungen der Privatpersonen wurden zur Kenntnis genommen.

Die Hinweise sollen bei der Konkretisierung und den Detailplanungen der Maßnahmen berücksichtigt werden.

Bauantrag abgelehnt

Eine Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans "An der Weiherstraße“ hinsichtlich der Dachgestaltung sowie der Überschreitung der Breite und der Unterschreitung des Mindestabstands wurde abgelehnt. Der Mehrheit des Gremiums war es wichtig hier keinen Präzedenzfall zu schaffen. In diesem Baugebiet wurden bisher keine Abweichungen vom Bebauungsplan genehmigt.

Fahrten zur französischen Partnergemeinde Treignac

In diesem Jahr findet die turnusgemäße Bürgerfahrt nach Treignac über das Himmelfahrtswochenende von Donnerstag, 29. Mai bis Sonntag, 1. Juni 2025 statt.

Für Jugendliche wird in den Pfingstferien von Montag, 16. bis Freitag, 20. Juni 2025

eine Freizeitbegegnung in Treignac stattfinden.

Als Eigenbeteiligung sind 250 €/Jugendlicher zu bezahlen. Für die Jugendfahrt nach Treignac werden gerne noch Anmeldungen entgegengenommen.

Die Fahrten dienen der Erhaltung und Förderung der deutsch-französischen Partnerschaftsbeziehungen.

Parkzeit-Regelung Parkplatz Novamare

Nachdem es wiederholt zu Beschwerden wegen der Fremdnutzung des Parkplatzes

am Freizeitbad Novamare kam, wird jetzt eine neue Parkzeit-Regelung eingeführt.

Die Parkzeit für den nördlichen Bereich wird von Montag bis Freitag in der Zeit von 8 – 13 Uhr auf 2 Stunden begrenzt. Damit soll insbesondere für die Kursteilnehmer ermöglicht werden am Novamare Parkplätze zu finden.

Die Schrägparkplätze gegenüber der Bushaltestellen stehen ohne zeitliche Begrenzung zur Verfügung.

Eine Kontrolle durch die kommunale Verkehrsüberwachung ist vorgesehen.