
Bürgermeister und Gemeinderat stellte sich den Fragen und Anregungen der Bürger
Im März diesen Jahres beschloss der Gemeinderat mehrheitlich die Änderung des Flächennutzungsplans mit integriertem Landschaftsplan sowie den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan zu einem Gewerbegebiet am Hirtenbuck in Aich.
Bei einer Informationsveranstaltung zu dem geplanten Gewerbegebiet stellten sich jetzt Bürgermeister Schmoll sowie Gemeinderätinnen und Gemeinderäte in einer öffentlichen Veranstaltung in Aich den Fragen und Hinweisen der Bevölkerung.
Beteiligung der Öffentlichkeit gewährleistet
Zunächst erläuterte der Fachmann eines Planungsbüros die einzelnen Schritte einer Bauleitplanung. Er betonte dabei, dass man ganz am Anfang stehe und zeigte auf, dass die Beteiligung der Öffentlichkeit in zwei Beteiligungsrunden gewährleistet wird. Die Stellungnahmen aus der Öffentlichkeit müssen in die Beratung und Diskussion durch den Gemeinderat intensiv einbezogen und mit den Planungsentscheidungen abgewogen werden.
Nächste Schritte seien zunächst Bestandaufnahmen und Analysen, die Erarbeitung von Fachgutachten und eines Vorentwurfs
Bürgermeister sieht auch mögliche Probleme
Anschließend beantwortete Bürgermeister Christoph Schmoll fachlich fundiert die von zahlreichen Bürgern eingereichten Fragen. Schwerpunkte waren dabei die Notwendigkeit, die Wirtschaftlichkeit, Umweltthemen, die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger sowie die politischen Rahmenbedingungen. Offen gab er auch Probleme bei der Umsetzung zu.
Das Fazit von Bürgermeister Schmoll war dabei, dass neue Gewerbeflächen aus Sicht der Gemeinde unverzichtbar sind und eine Erweiterung am aktuellen Standort nicht möglich ist .
Er betonte, dass schädliche Umweltauswirkungen kompensiert und negative Auswirkungen auf Anwohner im rechtlichen Rahmen verhindert werden müssen. Christoph Schmoll versicherte, dass die Gemeinde selbst negative Auswirkungen minimieren will.
Stellungnahmen der Gemeinderäte
Auch die zehn anwesenden Gemeinderätinnen und Gemeinderäte konnten ihre Entscheidungsgrundlage erläutern.
Aus Sicht von Manfred Riedel (SPD) ist es wichtig entsprechende Arbeitsplätze zu schaffen, da viele in Neuendettelsau aufgewachsene junge Menschen nach Ausbildung und Studium wieder in ihren Heimatort zurückkehren. „Für mich als Seniorenbeauftragter des Gemeinderates ist es wichtig, dass die Generationen in örtlicher Nähe wohnen, damit sich Großeltern um Enkel und später die Kinder sich um ihre älter werdenden Eltern kümmern können,“ so Manfred Riedel. Außerdem legte er Wert darauf, dass ein Gewerbegebiet nachhaltig und zukunftsfähig gestaltet werden muss. „Grün statt grau“ schlägt er vor.
https://gewerbegebiete-im-wandel.de/
Christian Scheuerpflug (SPD) bedankte sich für das große Interesse und die vielen Zuhörer. „Das zeigt uns, dass das Interesse besteht, sich aktiv an dem Prozess zu beteiligen“.
Er sprach sich ebenfalls für die Ausweisung eines Gewerbegebietes aus, und ermunterte die Menschen aus Mausendorf und Aich, ihre Wünsche zu äußern. „Vielleicht gibt es etwas, das im Zuge der Entwicklung des Gewerbegebiets mitberücksichtigt werden kann.“
Gemeinderätin Natalie Ernst (SPD) betonte die Notwendigkeit, in Neuendettelsau weitere Arbeitsplätze zu schaffen, um den Veränderungen im Ort durch den Teil-Rückzug von Diakoneo Rechnung zu tragen. Gleichzeitig wünschte Sie sich von der Aicher Bevölkerung Anregungen, wie die Lebensqualität in Aich trotzdem erhalten werden könnte.
Auch Gemeinderat Rudolf Buchinger (SPD) steht zur Entscheidung für ein Gewerbegebiet in Aich.
Seitens der CSU-Fraktion sprachen sich Melanie Maier, Marcus Schomber, Tilo von Livonius sowie Wolfgang Arlt für das geplante Gewerbegebiet aus.
Von Bündnis 90/Die Grünen argumentierten Fraktionssprecher Georg Meyer, Gemeinderätin Rebecca Schmidt und Bürgermeisterkandidat Andreas Götz klar gegen das geplante Gewerbegebiet.
Lebhafte und offene Diskussion
In einer offenen Diskussions- und Fragerunde konnten die Bürgerinnen und Bürger ihre Anliegen einbringen. Insgesamt verlief die Informationsveranstaltung lebhaft und weitgehend fair.
In seinem Schlusswort dankte Bürgermeister Christoph Schmoll den Anwesenden für ihr Interesse und versicherte, dass er und die Gemeinderäte die Hinweise der Bürgerinnen und Bürger mitnehmen und in ihre weiteren Beratungen einfließen lassen würden.



