Bericht aus der Sitzung des Gemeinderates vom 30. September 2024

Veröffentlicht am 08.10.2024 in Gemeinderat

Städtebauliche Baufeldentwicklung bei Diakoneo

Umnutzung von Flächen

Nachdem verschiedene Liegenschaften und Grundstücke im Bereich von Diakoneo nicht mehr genutzt werden können, gab es in Zusammenarbeit mit einem Architekturbüro und einem Fachplaner für Immobilienentwicklung jetzt eine Präsentation der Neugestaltung von drei Baufeldern. Eingebunden in die Baufeldentwicklung war dabei auch die Gemeindeverwaltung.

Der Leiter des Bau- und Immobilienmanagements bei Diakoneo, Matthias Hunger, betonte dabei, dass Diakoneo sich in der Verantwortung für die städtebauliche Entwicklung in der Gemeinde sieht. Man wolle das Diakoneo-Areal öffnen und im guten nachbarschaftlichen Einvernehmen den Umnutzungsprozess begleiten, so Hunger. Insgesamt geht es um die Umgestaltung am alten Bezzelheim, am Haus der Stille und im Bereich Luthersaal und Dialog-Hotel.

 

Baufeld Bezzelheim

Wohnen an der Bezzelwiese“

Hier sollen 12 Reihenhäuser und 7 Punkthäuser (mehrgeschossiges Haus mit in der Mitte gelegenem Treppenhaus/Aufzug) mit etwa 50 Wohnungen entstehen. Wegen des innerörtlichen Bezugs und der Nähe zum Seniorenzentrum sind die Wohnungen insbesondere auch für Alleinstehende und Paare gedacht. Der ruhende Verkehr (Stellplätze) soll dabei von einer Tiefgarage übernommen werden. Im östlichen Teil des Geländes ist eine Fläche von ca.. 635 m² als Erweiterungsmöglichkeit für das Rathaus vorgesehen. Eine Bebauung der „Bezzelwiese“ ist nicht vorgesehen.

 

Baufeld Haus der Stille

Ökologisches Wohnen im Park“

Hier soll für Familien modellhaft ein parkähnliches Wohnprojekt entstehen. Der Baumbestand wurde von Fachleuten untersucht, mit dem Ziel, den Wald in einen Park zu überführen. Entstehen sollen 8 Einfamilienhäuser und 14 Doppelhaushälften. Neben einer ökologischen Holzbauweise ist hier auch an eine möglichst autarke Energieversorgung und eine verkehrsfreie Zone gedacht. Der ruhende Verkehr soll in einer Carportanlage zur Eisenbahnlinie und zur Straße hin untergebracht werden. Diese Anlage soll auch als Schallschutz dienen.

 

Baufeld Wilhelm-Löhe-Straße

Integrierter Handel mit gefördertem Wohnungsbau“

An Stelle des Luthersaales und des Dialog-Hotels soll eine Handelsfläche für die Nahversorgung mit ergänzendem Einzelhandel und entsprechenden Kundenparkplätzen entstehen. Dies sei besonders für den nördlichen Teil von Neuendettelsau wichtig, so die Planer. In zwei weiteren Gebäudekomplexen Richtung Luthersaal sind etwa 70 Wohnungen mit einer „Einkommensorientierten Förderung“ (EOF) vorgesehen. Ziel ist es dabei, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Positive Resonanz

Insgesamt begrüßte das Gremium im Wesentlichen die

vorgestellten Planungen. Hingewiesen wurde dabei jedoch auch auf die entsprechend notwendige Infrastruktur, wie Kanalisation und Verkehr.

Fraktionssprecher Manfred Riedel (SPD) begrüßte die drei Vorschläge, insbesondere auch deshalb, weil verschiedene Zielgruppen angesprochen werden und bezahlbarer Wohnraum entstehen soll.

Verantwortung wahrnehmen

Nachdem es nicht zu den Kernaufgaben von Diakoneo gehört Bauprojekte umzusetzen, sollen die Liegenschaften an Projektentwickler verkauft werden. Manfred Riedel forderte dabei jedoch die zugesagte Verantwortung von Diakoneo sicher zu stellen, damit das versprochene „nachbarschaftliche Miteinander“, beispielsweise durch vertragliche Regelungen, auch umgesetzt wird.

 

Nächste Schritte beim „Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept

Städtebauliches Sanierungsgebiet festgelegt

In der jüngsten Sitzung wurde der Gemeinderat über die nächsten Schritte des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) informiert. Dabei ging es unter anderem um die Festlegung eines Sanierungsgebietes.

Dieses soll sich im Wesentlichen von der Bahnhofstraße zur beginnenden Windsbacher Straße über die Klingenstraße zur Reuther Straße hinüber zur Haager Straße und Heilsbronner Straße erstrecken. Über die Ziegelhüttenstraße wird der Kernbereich von Diakoneo eingeschlossen und führt über die Rampenstraße wieder zur Bahnhofstraße.

Die Verwaltung wurde beauftragt das Sanierungsgebiet mit der Regierung von Mittelfranken abzustimmen.

Bis zu einer der nächsten Sitzungen soll die Verwaltung außerdem einen Entwurf für die Sanierungsgebietssatzung vorlegen.

Ziel ist es, städtebauliche Missstände zu beheben sowie Sanierungsmaßnahmen aufzuwerten, zu verbessern und weiter zu entwickeln. Bevorzugt sollen dabei Maßnahmen durchgeführt werden, die von öffentlichem Interesse sind.

 

Vorteile für Immobilienbesitzer

Für Immobilieneigentümer im Sanierungsgebiet ergeben sich dabei eine Reihe von Vorteilen.

So können beispielsweise mögliche Steuervergünstigungen durch erhöhte Abschreibungsmöglichkeiten in Anspruch genommen werden. Durch ein kommunales Programm ist auch eine Förderung von Sanierungs- oder Modernisierungsmaßnahmen möglich. Außerdem kann eine Sanierungsberatung in Anspruch genommen werden.

 

Erste Maßnahmen

Entsprechen der bisherigen Planungen sollen innerhalb der nächsten Jahre beispielsweise folgende Maßnahmen umgesetzt werden:

  • Aufwertung und Umgestaltung des Sternplatzes als barrierefreie Mobilitätsstation mit Bushaltestelle

  • Querungshilfe am Sternplatz

  • Umbau und Sanierung des Löhe-Hauses

  • Umsetzung eines kommunalen medizinischen Versorgungszentrums

  • Bürgerbus

  • Gestaltung des „Rottler-Gäßchens“

  • Machbarkeitsstudie für die Entwicklung und Nutzung des „Brezelhauses“

  • Dachbegrünung und Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden

Bis Ende des Jahres soll dem Gemeinderat das endgültige Sanierungsgebiet sowie die dazugehörige Satzung zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

 

Vertretungen für die Zweckverbandsversammlung festgelegt

Auf Vorschlag der Fraktionen wurden bei sechs möglichen Sitzen folgende Mitglieder des Gemeinderates für die Zweckverbandsversammlung berufen:

Wolfgang Arlt, Stellvertretung Melanie Maier – CSU

Theresa Korn, Thilo von Livonius - CSU

Rudolf Buchinger, Stellvertretung Birgit Bischoff – SPD

Regina Sliva, Stellvertretung Rebecca Schmidt – Bündnis 90/Die Grünen

Siegfried Horn, Stellvertretung Andreas Stellwaag - Freie Wähler

Berufene Mitglieder sind von Amtswegen Bürgermeister Christoph Schmoll (SPD), Stellvertreter der 2. Bürgermeister Andreas Steinbauer (CSU).

Die Verbandsversammlung ist das zentrale Gremium des Zweckverbandes Kernfranken.

Aufgabe des Verbandes sind beispielsweise die Zusammenarbeit in den Bereichen Verkehrsüberwachung, Standesamt und IT-Sicherheit um Synergieeffekte zu generieren.

Der Zweckverband besteht aus sechs teilnehmenden Kommunen. Nicht beteiligt haben sich Bruckberg und Dietenhofen.

https://www.kernfranken.eu/startseite

Der Zweckverband startet planmäßig zum 1. Januar 2025.

 

Städtebaulicher Wettbewerb „Oberer Schaltengarten“

Nach Abschluss des Wettbewerbs über die Gestaltung des zukünftigen Baugebiets „Oberer Schaltengarten“ hatte ein Preisgericht, an dem auch Vertretungen der Fraktionen beteiligt waren, die Preisträger festgelegt.

Die öffentliche Ausstellung und Präsentation der Entwürfe in der Augustana wurde von den Bürgern gut angenommen.

Es ist geplant, dass die Preisträger noch in diesem Jahr beauftragt werden ihre Wettbewerbsergebnisse als städtebaulichen Entwurf entsprechend den Empfehlungen des Preisgerichts zu überarbeiten und für ein Bauleitverfahren einzureichen.

https://www.neuendettelsau.eu/fileadmin/Website_2020/Dateien/Amtsblatt/2024/1924_komprimiert.pdf